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Kann die Führung auch mit Familie funktionieren?

By 17/05/2021May 25th, 2021Karrierestürmer

Ist das Thema „Remote Schooling“ oder „Homeschooling“ ein Thema fürs Karrierecoaching? Unbedingt!

Familie im Home OfficeAktuell betreue ich sehr viele High Potentials und Führungskräfte, die am Ende ihrer Kräfte sind, weil sie Vollzeit arbeiten und dann noch Zuhause ihre Kinder in Homeschooling beschulen. Bei vielen sind die „Dörfer“, die es braucht um Kinder groß zu ziehen und die sie sich über Jahre aufgebaut hatten, weggebrochen, einfach so. Von heute auf morgen, denn sie passen nicht zu den aktuellen Bestimmungen.

 

Was also tun? Heute teile ich meine Erfahrungen und Ideen, die ich sowohl als Mutter einer Erstklässlerin als auch als Karriere Coach in Gesprächen mit meinen Coachees entwickelt habe und hoffe, dass es dem einen oder anderen hilft.

  1. Erwartungen los lassen: es sind besondere Zeiten und wir müssen mit unsere vorhandenen Ressourcen gut haushalten.
  2. Pufferzeiten einplanen: sowohl für uns, als auch für unsere Kinder, das bedeutet manchmal auch, dass nicht alles erledigt ist, hier hilft priorisieren.
  3. Bei Überlastung erst Gespräch mit Lehrern suchen, Situation schildern und nach machbaren Lösungen suchen
  4. Bei Überlastung ebenfalls das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und Situation schildern. Kommunikation ist besonders wichtig, denn woher soll unser Chef:in unsere Situation kennen?
  5. Genug Pausen und Inseln der Ruhe einbauen, wann immer möglich.
  6. Routinen implementieren und sich daran halten, wenn möglich täglich.
  7. Das Lernen spielerisch gestalten, wenn es geht, Leichtigkeit reinbringen (Wettbewerb, Rollenspiele usw. der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!)
  8. Raus aus dem Kinderzimmer, dort lauern häufig viele Ablenkungen fürs Kind und die Konzentration fällt dann somit sehr schwer.
  9. Genügend Pausen dazwischen einbauen, Kinder haben eine viel kürzere Konzentrationsphasen als Erwachsene, kleine Bewegungspausen von 10-15 Minuten und Obst können bei Grundschülern schon manchmal Wunder bewirken.
  10. Aber auch größere Kinder und Jugendliche brauchen Pausen, diese sollten bewusst genommen werden.
  11. Bei älteren Kindern gemeinsam nach funktionierenden Lösungen für alle Seiten suchen. Rollentausch kann hier sehr effektiv sein, weil es auch die Fähigkeit der Empathie fördert.
  12. Bei ständigem Streit mal eine Auszeit vom Lernen nehmen und raus gehen. Danach wieder ins Gespräch aufs Augenhöhe und schauen was jeder braucht.
  13. Bei Unsicherheit sich selbst in Interaktionen mit Kind filmen und danach vor die Augen führen: wie behandle ich mein Kind? Hätte ich Lust mit mir selbst zu lernen? Wie emphatisch bin ich?
  14. Und wenn alles nicht hilft, ist mir persönlich bisher die Beziehung zu meinem Kind viel wichtiger als die Schule.

Die Kinder sind alle in der gleichen Situation und natürlich gibt es Eltern die Unterstützung anbieten und welche, die es nicht können oder auch nicht schaffen, aber das Schulsystem in Deutschland ist okay, wenn auch nicht das Beste. Aber manchmal hilft uns auch darauf zu vertrauen, dass die Kinder alle gestärkt sein werden, wenn diese verrückten Zeiten vorbei sind und wir alle dadurch resistenter und resilient sein werden.

Foto: © ulza / Adobe Stock

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